Die deutsche Regierung erwägt offenbar die Einführung gemeinsamer Anleihen mit fünf anderen Ländern der Eurozone. Wie «Welt Online» unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, soll so die Lage für die teilnehmenden Länder mit höchster Kreditwürdigkeit stabilisiert werden.

Zugleich sollten die gemeinsamen Anleihen einen «glaubwürdigen Schutzwall errichten, der die Finanzmärkte beruhigt». Beteiligt wären dem Bericht zufolge neben Deutschland und Frankreich auch Finnland, die Niederlande, Luxemburg und Österreich. Auch Großbritannien soll laut «Welt» intensiv in die Beratungen einbezogen sein.

Die gemeinsamen Anleihen könnten dem Bericht zufolge gegen strenge Auflagen auch als Hilfen für Krisenländer wie Italien und Spanien eingesetzt werden. Beim Kauf der neuen Bonds solle die Finanzagentur des Bundes mit Sitz in Frankfurt eine zentrale Rolle spielen.

Der Zinssatz der neuen Anleihen solle zwischen 2 und 2,5 Prozent liegen. Die Pläne seien Teil eines Konzepts der deutschen Regierung, bei dem sich im Rahmen eines Euro-Sondervertrags zunächst nur wenige Staaten auf eine strengere Haushaltskontrolle und eine stärker verzahnte Finanzpolitik verständigen.

Anzeige

Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle die Pläne aber nur dann umsetzen, wenn nicht alle 27 EU-Staaten einer von ihr geforderten Änderung der EU-Verträge verbindlich zustimmen.

(vst/tno/sda)