Die Eurozone hält laut einem Pressebericht an dem Vorhaben fest, die neuen Hilfskredite für Griechenland mit einem Pfand zu sichern. Wie das «Handelsblatt» vorab aus seiner Mittwochausgabe berichtet, werde nun daran gedacht, dass Finnland und andere Geber-Ländern griechische Bank-Aktien als Sicherheitspfand bekommen.

Das habe der Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF Klaus Regling der Gruppe der Euro-Finanzminister vorgeschlagen, sagten EU-Diplomaten dem Blatt. Hohe Beamte der Euro-Finanzministerien würden darüber Anfang kommender Woche sprechen.

Das zweite Hilfspaket der Eurozone für Griechenland umfasst insgesamt 109 Milliarden Euro. Davon sind mindestens 20 Milliarden Euro für die griechischen Banken bestimmt. Im Gegenzug für die Hilfen würden die griechischen Banken teilweise verstaatlicht, hiess es in Brüssel laut dem «Handelsblatt». Die staatlichen Aktienpakete solle die Regierung in Athen den Euro-Geber-Ländern als Sicherheitspfand überlassen.

Die Regierungschefs der Eurozone hatten auf Drängen Finnlands auf ihrem Sondergipfel am 21. Juli das Sicherheitspfand beschlossen. Griechenland vereinbarte daraufhin mit Finnland, 925 Millionen Euro in Wertpapieren mit hoher Bonität auf einem finnischen Konto als Sicherheit anzulegen. Die Eurozone wollte diese Vereinbarung dann allerdings nicht genehmigen.

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Damit sei das Sicherheitspfand aber nicht vom Tisch, hiess es laut dem Blatt in Brüssel. Finnland bestehe weiterhin darauf, weshalb nun eine andere Lösung gefunden werden müsse. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Finnland sich am neuen Kreditpaket nicht mehr beteilige. Die Regierung in Helsinki steht unter erheblichem Druck der Oppositionspartei «Die wahren Finnen», die jegliche Hilfen für Griechenland ablehnt.

(tno/awp)