0,5 Prozent - auf diesen Stand könnte der Leitzins noch dieses Jahr fallen. Damit rechnet die Mehrheit der 37 Chefökonomen, die die Financial Times Deutschland in ihrer monatlichen Zinsumfrage befragt hat. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon diesen Donnerstag das nächste mal den Zins senkt, halten die meisten aber für unwahrscheinlich. Lediglich vier Ökonomen gingen laut der Umfrage davon aus. 

Zur Jahresmitte allerdings könnte es schon soweit sein. Für dem Fall, dass der niedrige Zins erreicht wird, prognostizieren die Ökonomen, dass die EZB das Finanzsystem mit Geld fluten wird, ganz nach Vorbild der US-Notenbank Fed.

«Falls eine erhebliche Eskalation der Schuldenkrise zu einer scharfen Rezession führt und die Risiken einer Deflation dadurch steigen, ist es wahrscheinlich, dass die EZB eine 'quantitative Lockerung' startet», so Jürgen Michels, Volkswirt bei der Citigroup, gegenüber der FTD. Mit einer solchen Geldflut versuchen Zentralbanken, eine Deflation, den Preisverfall, zu verhindern. Dieser drückt auch den Konsum und kann die Wirtschaft stark beanspruchen. 

(laf/vst)