Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, schlägt laut Notenbankkreisen ein umfassendes Programm zur Rettung des Euro vor. Käufe von italienischen und spanischen Anleihen durch die EZB am Sekundärmarkt sollen durch Käufe der Rettungsschirme auf dem Primärmarkt flankiert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf zwei Notenbankvertreter.

Zudem seien weitere Zinssenkungen und langfristige Refinanzierungsgeschäfte im Gespräch. Draghi befürworte zudem langfristig auch eine Banklizenz für den künftigen Rettungsschirm ESM.

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Draghi habe sich bereits die Zustimmung der Regierungen von Deutschland, Frankreich und Spanien gesichert. Draghi will der Meldung zufolge jedoch auch unbedingt den deutschen Bundesbankpräsident Jens Weidmann für seinen Vorschlag gewinnen. Er möchte daher noch vor der nächsten Zinsentscheidung am 2. August mit Weidmann sprechen. Mit der Zustimmung von Weidmann und den anderen Ratsmitgliedern könne die EZB als geschlossene Einheit gegenüber den Finanzmärkten auftreten.

EZB-Meldung beflügelt Wall Street

Die Bundesbank hatte sich immer gegen die Käufe von Staatsanleihen durch die EZB ausgesprochen, da so die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik verwischt werde. Ein Sprecherin der EZB verwies zudem darauf, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass Dragi sich vor der Sitzung mit anderen Ratsmitgliedern treffe.

An der Wall Street zogen die Indizes nach der Meldung nochmal deutlich an, der Dow-Jones-Index der Standardwerte knackte mit einem Plus von 1,5 Prozent die psychologisch wichtige Marke von 13'000 Punkten. Der Eurokurs stieg kurzzeitig auf ein neues Tageshoch von 1,2390 US-Dollar, fiel dann aber rasch zurück auf 1,2324 Dollar.

(tno/awp)