Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat in der vergangenen Woche deutliche weniger Staatsanleihen gekauft: Das Volumen habe bei 6,651 Milliarden Euro gelegen, nachdem sie in der Woche zuvor für 14,291 Milliarden Euro Angleihen gekauft hatte, teilte die Notenbank in Frankfurt mit. Vor zwei Wochen hatte die EZB noch Anleihen für die Rekordsumme von 22 Milliarden Euro erworben.

Wie in den vergangenen Wochen will die Notenbank die gesamte Überschussliquidität einsammeln, die aus den zuvor getätigten Anleihekäufen resultiert. Dies sind nunmehr 115,5 Milliarden Euro. In der vergangenen Woche sind Anleihen im Wert von 1,327 Milliarden Euro fällig geworden.

Am Dienstag soll ein entsprechendes Geschäft mit den Banken durchgeführt werden. Gebote werden bis Dienstag 11.30 Uhr angenommen. Die Zuteilung erfolgt am Mittwoch. Der maximale Bietungssatz beträgt 1,50 Prozent. Das Geschäft läuft wie gewöhnlich eine Woche. Laut Händlern hat die EZB zuletzt vor allem Anleihen aus Italien und Spanien aufgekauft.

Die EZB hatte bereits im Mai 2010 mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Damals erwarb sie laut Händlern vor allem Anleihen von Griechenland, Portugal und Irland. Jetzt profitieren offenbar vor allem Italien und Spanien von den Käufen.

Die aktuelle Statistik der Notenbank umfasst aber möglicherweise nicht alle Anleihenkäufe der EZB der vergangenen Woche. In der Statistik sind lediglich Käufe enthalten, die bis vergangenen Freitag vollständig abgewickelt wurden. Für gewöhnlich liegen zwischen Kauf und Abwicklung mindestens zwei Handelstage.

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(tno/kgh/awp)