Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht trotz ihrer umstrittenen Massnahmen im Kampf gegen eine zu niedrige Inflation keine Trendwende an der Preisfront. Bei der Entwicklung der Verbraucherpreise gebe es noch zu starke Schwankungen, hiess es in einem am Montag auf der Internetseite der EZB veröffentlichen Artikel. Es sei daher zu früh, um von einem Wendepunkt bei der Entwicklung der Verbraucherpreise zu sprechen.

In der Eurozone lag die Teuerungsrate im Juni bei 0,2 Prozent und damit deutlich unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, bei der die EZB die Stabilität der Währung als gewährleistet an ansieht. Zuletzt war die Notenbank im März in den Kauf von Staatsanleihen eingestiegen. Bis zum September 2016 sollen pro Monat öffentliche Papiere in einem Volumen von 60 Milliarden Euro pro Monat gekauft werden, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation wieder anzuschieben.

«Mehr Daten notwendig»

Zwar lege die Inflation wieder zu, hiess es weiter in dem Artikel. Aber selbst bei der um die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise bereinigte Kernrate der Verbraucherpreise zeichne sich noch kein klarer Wendepunkt ab.

Im Juni hatte die Kernrate der Verbraucherpreise bei 0,8 Prozent gelegen. Auch in dieser Abgrenzung habe es zuletzt Schwankungen gegen, unter anderem wegen der Preisentwicklung bei Pauschalreisen, hiess es weiter von der EZB. «Mehr Daten sind notwendig, damit das Signal für einen Wendepunkt stark genug wird.»

(awp/me/gku)

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