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Konjunktur

EZB: Wachstumsprognose gesenkt - Zins bleibt unverändert

Jean-Claude Trichet: «Die Abwärtsrisiken haben sich verstärkt» (Bild: Keystone)

Die Europäische Zentralbank erwartet für 2011 und 2012 weniger Wachstum und belässt den Leitzins bei 1,50 Prozent. Den Inflationsgefahren sieht die Notenbank dagegen gelassener entgegnen, so EZB-Chef

Veröffentlicht am 08.09.2011

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich abgesenkt. Die Inflationsprognose sei hingegen unverändert geblieben, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt. Die Inflation werde demnach im laufenden Jahr weiterhin bei voraussichtlich 2,6 Prozent liegen. Das Wachstum dürfte im laufenden Jahr allerdings nur noch bei 1,6 Prozent betragen, nachdem die EZB bisher eine Rate von 1,9 Prozent veranschlagt hatte.

Trichet gab sich für die Konjunkturaussichten im Währungsraum pessimistischer als noch vor wenigen Wochen. «Die Abwärtsrisiken haben sich verstärkt», sagte Trichet in Frankfurt. Die Risiken für das Wachstum seien nun abwärts gerichtet. Trichet nannte unter anderem die jüngsten Marktturbulenzen und das mögliche Übergreifen auf die Realwirtschaft als Gründe. Bis vor kurzem hatte die Notenbank noch von ausgeglichenen Risiken gesprochen.

Den Inflationsgefahren sieht die Notenbank hingegen gelassener entgegen. Die Risiken für die Preisentwicklung seien nunmehr ausgeglichen und nicht mehr aufwärts gerichtet, so Trichet. Im kommenden Jahr dürfte die Teuerung unter die Zwei-Prozent-Marke sinken. Dämpfend dürfte laut Trichet vor allem das geringere Wachstum in der mittleren Frist wirken.

Jüngste Projektionen der Notenbank zu Wachstum und Inflation untermauern die Aussagen Trichets. Für 2011 rechnet die EZB nun mit einem Wachstum von 1,6 Prozent, nach bis zuletzt 1,9 Prozent. Für 2012 wurde die Wachstumsprognose von 1,7 Prozent auf 1,3 Prozent reduziert. Ihr Inflationsprognosen beliess die Notenbank nahezu unverändert.

Vor den Äusserungen Trichet hatte die Notenbank ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 1,50 Prozent belassen. Von dpa-AFX befragte Ökonomen hatten dies einhellig erwartet. Im April und Juli hatte die Notenbank den Leitzins zweimal um je 0,25 Punkte auf aktuell 1,50 Prozent erhöht. Es waren die ersten Zinsschritte seit der Finanzkrise.

(rcv/tno/vst/awp)

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