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Faule Kredite: Spaniens Banken legen Milliarden zur Seite

Die Banco Santander hat zusätzliche Rückstellungen von 2,7 Milliarden Euro getätigt. (Bild: Keystone)

Spaniens Banken folgen der Regierung und legen Milliarden für faule Immobilienkredite zur Seite - die Aktien verlieren kräftig.

Veröffentlicht am 14.05.2012

Die spanischen Banken folgen den Anweisungen ihrer Regierung und legen weitere Milliarden für faule Immobilienkredite zurück. Die Banco Santander stellte nach eigenen Angaben weitere 2,7 Milliarden Euro zurück, Konkurrent BBVA 1,8 Milliarden Euro. Dabei gaben sich die beiden Institute gelassen über die Auswirkungen.

Die Rückstellungen sollen zwar den Gewinn erheblich drücken. Für ihre Dividendenpolitik werde das aber keine Folgen haben. Bankaktien verloren am Montag in Spanien dennoch kräftig.

Um sich vor weiteren Ausfällen von Immobilienkrediten zu schützen, müssen die Institute zusätzliche 30 Milliarden Euro zurücklegen, hatte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag angeordnet.

Grossbanken können gut abfedern

Die beiden Grossbanken können die Verluste dank ihres starken Auslandsgeschäfts noch recht gut abfedern. Dagegen muss die in der vergangenen Woche grösstenteils verstaatlichte Bankia sogar 4,72 Milliarden Euro beiseite legen. Die Banco Popular Espanol bezifferte die Nettobelastung auf 1,7 Milliarden Euro und will dies durch Geschäftsverkäufe ausgleichen.

Auch die Sparkassen leiden. Die erst im vergangenen Jahr an die Börse gekommene CaixaBank erhöht die Vorsorge um 2,1 Milliarden Euro. Das Institut wird nach der geplanten Übernahme der Banca Civica der grösste Kreditgeber des Landes. Die Regierung versucht den zersplitterten Sparkassensektor über Fusionen und Börsengänge zu sanieren.

Rückstellungen deutlich angehoben

Die Banken müssen nun die Rückstellungen auf Immobilienkredite im Schnitt auf 30 Prozent anheben. Es ist bereits das vierte Mal binnen drei Jahren, dass die spanische Regierung in den Bankensektor eingreift, um die Folgen der Immobilienkrise zu bekämpfen. Erst im Februar hatte sie den Banken aufgetragen, 53,8 Milliarden Euro für Kreditausfälle zurückzulegen.

Einer Studie der Citigroup zufolge sitzen die spanischen Geldhäuser auf Krediten von rund einer Billion Euro, die am maroden Immobiliensektor hängen. Wie viele davon faul und damit vom Ausfall bedroht sind, kann kaum eingeschätzt werden. Das macht die Finanzmärkte nervös. Die spanische Regierung geht von deutlich geringeren Summen aus.

BBVA rechnet durch die neuerlichen Rückstellungen mit einem Rückgang des Nettogewinns um weitere 1,3 Milliarden Euro. Die bereits im ersten Quartal vollzogenen Rückstellungen sollten den Überschuss bereits um 1,5 Milliarden Euro drücken. Santander legt nun insgesamt 5 Milliarden Euro auf Geheiss der Regierung zurück, was den Gewinn um 2,9 Milliarden Euro in diesem Jahr belasten werde.

(vst/awp)

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