Am Rande des Euro-Finanzministertreffens im polnischen Breslau hat die österreichische Finanzministerin Maria Fekter gesagt, es würden gerade «enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden» aufgebaut.

So etwas habe es schon einmal gegeben, «damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet». Deswegen müssten sich «wirklich alle anstrengen, damit so ein Szenario mit Sicherheit nicht kommt», sagte die Politikerin der konservativen Österreichischen Volkspartei,

Der sozialdemokratische Bundeskanzler der grossen Koalition, Werner Faymann, rief die Ministerin zur Ordnung. Gerade Regierungsmitglieder seien aufgrund ihrer Vorbildfunktion gefordert, sich bei dieser Thematik «sensibel zu verhalten» und ihre Worte mit Bedacht zu wählen.

Österreich habe überdies aufgrund der «Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus» eine besondere Verantwortung. Fekter wies den Vorwurf einer möglichen Verharmlosung der Judenverfolgung zurück.

Sie habe nur ihre Sorge über «hetzerische Entwicklungen» zum Ausdruck gebracht, hiess es einer ersten Erklärung. In einer weiteren bekräftigte die Ministerin, dass die «Zeit des Nationalsozialismus mit ihren Gräueltaten und insbesondere dem Holocaust mit nichts anderem vergleichbar» sei.

(tno/sda)