Die Ratingagentur Fitch schätzt, dass die griechischen Schulden 2012 auf 165 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen dürften und im nächsten Jahr 170 Prozent erreichen werden. Dies schreibt die Agentur in einem Sonderbericht.

Mit den Prognosen liegt Fitch auf einer Linie mit der sogenannten «Troika» aus Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, die den Sanierungskurs in Griechenland überwachen. Mitte März hatte die Agentur Griechenlands Bonitätsnote kräftig heraufgestuft.

Ob das krisengeschüttelte Euro-Land das von seinen internationalen Geldgebern vorgegebene Ziel erreichen kann, seine Schuldenquote bis 2020 auf 120 Prozent zu senken, hänge vom politischen Willen ab, weitere Fiskal- und Strukturreformen umzusetzen, heisst es in dem Bericht.

Es müsse die Basis für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung gelegt werden. Durch den Forderungsverzicht der privaten Gläubiger und weitere Gelder aus öffentlicher Hand habe Griechenland eine neue Chance erhalten.

Allerdings müsse Athen den schmerzhaften Weg der «internen Abwertung» gehen, um am Ende Erfolg haben zu können. Das bedeutet, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft muss vor allem über Einsparungen und Lohnzurückhaltung wieder hergestellt werden, da die Option der Währungsabwertung durch die Euro-Mitgliedschaft nicht zur Verfügung steht.

(chb/sda)