Die neue französische Regierung startet mit einem heftigen Staatsdefizit von 10 Milliarden Euro. Das Kabinettsmitglied Alain Vidalies gab in einem Interview mit französischen Medien der Vorgängerregierung die Schuld fürs Finanzdesaster.

Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte im Vorfeld klargemacht, dass weitere Anstrengungen nötig seien, um das Haushaltsdefizit 2012 wie versprochen auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt zu senken. Er hatte jedoch nie die Höhe des Fehlbetrags beziffert.

Nach Angaben von Vidalies soll ein Grossteil des Fehlbetrages über Zusatzeinnahmen finanziert werden. Allein die geplante Abschaffung der Befreiung der Überstunden von Sozialabgaben und Steuern werde vier Milliarden Euro bringen, sagte der Minister für Parlamentsbeziehungen.

Von der Reform der Vermögenssteuer ISF erwarte man zwei Milliarden Euro zusätzlich. Der Nachtragshaushalt soll nach dem Willen von Präsident François Hollande im Juli vom Parlament verabschiedet werden.

(chb/sda)