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Fünf Tote nach Anschlag in Lüttich

Das traurige Resultat des Anschlages in Lüttich: Fünf Tote und mehr als 120 Verletzte. (Bild: Keystone)

Nach dem Anschlag in der belgischen Stadt Lüttich ist die Zahl der Toten auf mindestens fünf gestiegen. Ein 17 Monate altes Kleinkind erlag im Spital seinen Verletzungen.

Veröffentlicht am 13.12.2011

In der belgischen Stadt Lüttich hat ein Mann bei einem Anschlag vier Menschen umgebracht und ist selber ums Leben gekommen. Die Tat ereignete sich in der Nähe eines Weihnachtsmarkts.

Der wegen Waffen- und Drogenbesitzes vorbestrafte Mann hatte am Dienstag im Stadtzentrum der wallonischen Stadt mit Granaten und Schüssen zwei Teenager im Alter von 15 und 17 Jahren und eine 75-jährige Frau getötet. Ein 17 Monate altes Kleinkind erlag im Spital seinen Verletzungen.

Über 120 Menschen wurden verletzt. Der 33-jährige Täter erschoss sich später selbst.

Das Blutbad versetzte die ostbelgische Stadt nahe der deutschen Grenze in einen Schockzustand. Stundenlang kursierten Gerüchte über die Flucht eines möglichen Komplizen, und die Innenstadt wurde bis zum Abend abgeriegelt. Einen terroristischen Hintergrund schloss das Innenministerium aber rasch aus.

Der Lütticher habe sich am späten Vormittag mit dem Wagen Richtung Innenstadt auf den Weg gemacht und ein Sturmgewehr, einen Revolver und zahlreiche Handgranaten in einem Rucksack dabeigehabt, sagte Staatsanwältin Danièle Reynders.

Noch offene Fragen

Auf der Place Saint-Lambert, wenige Meter vor einem gut besuchten Weihnachtsmarkt, schlug er gegen 12.30 Uhr zu: Von einem Vorplatz warf er drei Handgranaten in einen Unterstand an einer Bushaltestelle und eröffnete das Feuer.

Ob er anschliessend Selbstmord beging oder sich unbeabsichtigt umbrachte, sei noch nicht geklärt, sagte Staatsanwältin Reynders. Polizisten hätten ihn nicht getötet. Nach der Tat wurden noch mehrere nicht gezündete Granaten in seinem Rucksack gefunden.

Über das Motiv des Täters gab es keine genauen Angaben. Der Mann hatte einen Termin für eine Befragung durch die Justizbehörden, sagte Staatsanwältin Reynders.

Nach Haftverbüssung wieder bewaffnet

Der Täter war laut Staatsanwaltschaft wegen Sexualdelikten vorbestraft und hatte erst 2008 eine Haftstrafe von 58 Monaten für illegalen Waffenbesitz und den Anbau von Cannabis erhalten.

Laut der Zeitung «Sudpresse» waren damals bei ihm 9500 Waffenteile sowie Dutzende einsatzbereite Schusswaffen gefunden worden. Warum es ihm nach der Haft erneut gelang, sich umfangreich zu bewaffnen, gehört zu den Fragen, die am Dienstag zunächst unbeantwortet blieben.

Sein Attentat sorgte für Bestürzung in Belgien. König Albert II. traf am Dienstagabend in strömendem Regen in Lüttich ein, um sich über den Hergang zu erkundigen und die Verletzten und Opferangehörigen zu trösten.

(laf/tno/sda)

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