Griechenland könnte schon bald ein drittes Hilfsprogramm benötigen. Wie die Wochenzeitung «Die Zeit» aus Finanz- und Regierungskreisen erfuhr, ist das Land bei der Umsetzung seines Programms im Rückstand. Das gelte unter anderem für die Steuereinnahmen und die Privatisierungserlöse. Deshalb wird derzeit in der EU darüber diskutiert, dem Land mehr Zeit für den Abbau seiner Defizite einzuräumen.

Weil sich die Griechen aber nicht am Markt finanzieren können, müssen die staatlichen Geldgeber die Lücke füllen. Aus diesem Grund werde der Deutsche Bundestag möglicherweise noch im Sommer über ein neues Hilfspaket verhandeln müssen. Im Raum steht ein zweistelliger Milliardenbetrag. Voraussetzung ist aber, dass bei den Wahlen am Wochenende eine Regierung an die Macht kommt, die sich zu weiteren Reformen verpflichtet.

Angesichts der sich zuspitzenden Krise in der Euro-Zone fordert die Investmentbank Goldman Sachs derweil die Europäer auf, die Auflagen für die Krisenländer zu lockern. In der jetzigen Situation helfe kurzfristig nur «eine Lockerung der Geldpolitik sowie der Sparvorgaben», sagte Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jan Hatzius der «Zeit». Damit die Krisenländer zu günstigen Konditionen an frische Kredite kommen, sei es ausserdem notwendig, «zumindest für einen Teil der Schulden gemeinsam zu haften».

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(tno/laf)