Die Finanzkontrolleure von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) haben sich in Athen mit Finanzminister Evangelos Venizelos getroffen. Das Gespräch, mit dem die sogenannte Troika ihre Arbeit wieder aufnahm, verlief «in einem konstruktiven Klima», wie es aus dem Finanzministerium hiess. Die Treffen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Aus Protest gegen bevorstehende Entlassungen blockierten Hunderte Beamte den Eingang des Finanzministeriums. «Wir werden zwei Tage hier bleiben», sagte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur dpa. Damit sollen symbolisch die Kontakte der Troika mit der Regierung behindert werden.

Auch die Eingänge weiterer fünf Ministerien wurden blockiert. Von den Balkonen und aus den Fenstern hingen Transparente mit dem Spruch: «Wenn das Unrecht zum Gesetz wird, ist Widerstand Pflicht.» Die Taxifahrer streikten den zweiten Tag in Folge. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern legten die Arbeit für drei Stunden nieder. Sie behandelten nur Notfälle.

Lob für Bundestagsentscheid

Mit einem Ergebnis der Prüfung der Kontrolleure wird nicht vor Anfang kommender Woche gerechnet. Geben die Experten kein grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Tranche der Finanzhilfe in Höhe von acht Milliarden Euro, ist das Land nach offiziellen Angaben Mitte Oktober zahlungsunfähig.

Venizelos begrüsste in einer Erklärung die Billigung des Schutzschirmes (EFSF) durch den deutschen Bundestag. Das mache ihn optimistisch, dass bald alle Länder entsprechende Beschlüsse fassen. Die sei «lebenswichtig» für den Euro und die Eurozone.

(tno/sda)