Finanzminister Evangelos Venizelos appelliert an die Griechen, ihr ins Ausland geschafftes Geld wieder ins Land zurückzubringen. Zudem sollte «verstecktes» Geld wieder in Umlauf kommen.

Nach Angaben von Venizelos sind seit Ausbruch der Krise im Jahr 2009 rund 70 Milliarden Euro von den Banken geholt worden. 16 Milliarden davon seien ins Ausland überwiesen worden. Der Rest sei in Truhen oder in Safes und sogar unter Matratzen versteckt, hiess es.

Dieses Geld müsse wieder in den Wirtschaftskreislauf gelangen, betonte er im griechischen Fernsehen. Neben der Hilfe von den europäischen Partnern seien diese Mittel wichtig, um die Wirtschaft in dem von der Staatspleite bedrohten Land anzukurbeln.

Ein Ziel von Griechen, die ihr Geld ausser Landes schaffen, ist die Schweiz. Schon im vergangenen November hatte die «Handelszeitung» über vermögende Familien aus Griechenland berichtet, die im Zuge der Krise hiesige Immobilien kaufen wollen. Ende Februar liess die Athener Staatsanwaltschaft dann erstmals griechische Konten in der Schweiz sperren.

Wie viel unversteuertes Geld aus Griechenland in der Schweiz liegt, ist offen. Seit Ausbruch der Krise sollen laut griechischem Finanzministerium etwa 10 Prozent der ins Ausland gebrachten Gelder, also rund 1,6 Milliarden Euro, bei Schweizer Banken gelandet sein.

Wie viel Geld davor schon in der Schweiz lag, lässt sich nur vermuten. Das Finanzministerium in Bern hat dazu keine genauen Zahlen. Im griechischen Finanzministerium kursiert eine Schätzung von 50 bis 150 Milliarden Euro. Die griechische Zeitung «Ta Nea» vermutet, dass es 20 bis 30 Milliarden sein könnten, für den «Spiegel» sind es gar 200 Milliarden Euro.

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«Dies ist das beste Angebot, denn es ist das einzige Angebot»

Venizelos betonte auch seine Entschlossenheit, private Gläubiger notfalls zum Schuldenschnitt zu zwingen. Er erwarte zwar, dass die Anleihe-Investoren auf das unterbreitete Angebot eingehen, sagte Venizelos im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Falls der Forderungsverzicht jedoch nicht auf freiwilliger Basis zustande komme, sei man bereit, ihn mit Umschuldungsklauseln zu forcieren.

Zu den Konditionen, die Athen seinen Gläubigern vorschlägt, sagte Venizelos: «Dies ist das beste Angebot, denn es ist das einzige Angebot.» Die Umschuldung ist ein wesentlicher Bestandteil des Sanierungsplans für das pleitebedrohte Euroland. Anleger haben bis Donnerstagabend Zeit, zu entscheiden, ob sie mitmachen.

(tno/jor/sda/awp)