Drei Monate nach ihrer Einsetzung einigt sich die neue griechische Regierung auf neue Sparmassnahmen, um so weitere Finanzhilfen zu bekommen. Hier die wichtigsten Etappen im griechischen Schulden-Drama:

Oktober 2009: Die neue griechische Regierung unter Giorgios Papandreou revidiert die Staatsverschuldung drastisch nach oben, auf rund 260 Milliarden Euro. Die Ratingagenturen stufen Griechenlands Kreditwürdigkeit herab. Der Euro bricht ein.

Januar/Februar 2010: Die griechische Regierung entwirft ein drastisches Sparprogramm mit Steuererhöhungen, Rentenalter-Anhebung, Abbau des Beamtenstabes, Lohnkürzungen. Die Gewerkschaften antworten mit einem Generalstreik.

25. März 2010: Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder einigen sich auf einen Rettungsplan für Griechenland.

2. Mai 2010: EU, IWF und Europäische Zentralbank EZB einigen sich mit der griechischen Regierung auf Finanzhilfen von 110 Milliarden Euro innerhalb der kommenden drei Jahre.

10. Mai 2010: EU und IWF beschliessen einen Rettungsschirm (EFSF) für den Euro.

17. Dezember 2010: Auf einem EU-Gipfel einigen sich die Staats- und Regierungschefs grundsätzlich auf einen permanenten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ab 2013. Er wird mit 500 Mrd. Euro ausgestattet. Er soll 2013 den EFSF ablösen.

17. Juni 2011: Ministerpräsident Papandreou ernennt Verteidigungsminister Evangelos Venizelos zum neuen Finanzminister.

29. Juni 2011: Das griechische Parlament stimmt dem Sparpaket der Regierung zu - eine entscheidende Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen von EU und IWF. Bei Demonstrationen gegen das Sparpaket kommt es in Athen zu Strassenschlachten.

11./21. Juli 2011: Die Finanzminister der Euro-Gruppe geben einen neuen 12-Milliarden-Kredit an Griechenland frei, die Staatspleite ist vorerst abgewendet. Auf einem Sondergipfel einigt sich die EU prinzipiell auf ein zweites Griechenland-Hilfspaket in Höhe von 109 Mrd. Euro.

28. September 2011: Das EU-Parlament beschliesst die Verschärfung des Stabilitätspakts.

Mitte Oktober 2011: Eine weitere Serie von Streiks und Protestaktionen gegen den Sparkurs der Regierung lähmt Griechenland.

27. Oktober 2011: Die Staats- und Regierungschefs des Euro-Raums einigen sich in Brüssel auf einen teilweisen Schuldenerlass für Griechenland. Private Gläubiger wie Banken und Versicherer sollen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Die Schlagkraft des Rettungsschirmes EFSF wird auf eine Billion Euro vervielfacht.

31. Oktober. 2011: Die Ankündigung Papandreous, ein Referendum über den Sanierungskurs abzuhalten, stösst im eigenen Land, bei der EU und den internationalen Geldgebern auf so starken Widerstand, dass er diesen Plan zurückzieht.

9./10. November 2011: Ministerpräsident Papandreou tritt zurück. Der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lukas Papademos, wird zum neuen griechischen Ministerpräsidenten ernannt. Seine Regierung gewinnt am 16. November die Vertrauensabstimmung.

9. Dezember 2011: Die EU-Staaten beschliessen einen verschärften gemeinsamen Spar- und Kontrollkurs und kommen damit einer Fiskalunion einen Schritt näher.

23. Januar 2012: Griechische Behörden veröffentlichen die Namen von fast 4000 Steuersündern - dies als Teil einer Kampagne gegen den in Griechenland weitverbreiteten Steuerbetrug.

7. Februar 2012: Ein Generalstreik gegen die jüngsten Sparmassnahmen legt das öffentliche Leben in Griechenland teilweise lahm.

9. Februar 2012: Nach Verhandlungen Athens mit Vertretern der so genannten Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) einigt sich die griechische Regierung auf weitere Sparmassnahmen - eine der Voraussetzungen für weitere Finanzhilfen.

(vst/sda)