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Griechenland droht Euro-Aus

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen: Griechenland hat keine Alternative. (Bild: Keystone)

Chaotische Lage in Athen: In einem Interview spricht EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen Klartext.

Veröffentlicht am 09.05.2012

Während die Töne in Athen immer schriller werden, hat erstmals ein Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) öffentlich von einem möglichen Euro-Aus für Griechenland gesprochen.

Griechenland könne nach den Wahlen nicht mit einer Bereitschaft der EZB rechnen, sein Sanierungsprogramm neu zu verhandeln, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in einem Interview des «Handelsblatts».

«Griechenland muss klar sein, dass es zu diesem vereinbarten Sanierungsprogramm keine Alternative gibt, wenn es Mitglied der Euro-Zone bleiben will», machte Asmussen deutlich. Die Aussagen stellen einen rhetorischen Kursschwenk der Notenbank dar - nie zuvor wurde ein Ausstiegsszenario von dieser Seite aus offen thematisiert.

Doch nachdem der Chef der griechischen Radikallinken, Alexis Tsipras, immer schärfere Töne anschlägt, ist die verfahrene Lage in Athen nicht mehr zu ignorieren. Tsipras, der momentan mit der Regierungsbildung beauftragt ist, wollte noch an diesem Mittwoch in einem Brief an die EU-Kommission und die EZB das Sparprogramm Griechenlands für null und nichtig erklären.

Hochrangige deutsche Ökonomen machen sich angesichts dessen für ein Ausstiegsszenario Griechenlands aus der Euro-Zone stark. «Es ist absolut richtig, einen Plan B zu entwickeln, der den Austritt Griechenlands in möglichst geordneten Bahnen erlaubt», wird der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Kai Carstensen, auf «Welt Online» zitiert.

(vst/awp/sda)

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