Steuerhinterzhiehung ist in Griechenland fast so etwas wie ein Volkssport. Ministerpräsident Papandreou will den Steuersündern nun an den Kragen - und zwar mit Hilfe von privaten Firmen. Es gebe in Griechenland 14'000 Menschen, die dem Staat zusammen rund 36 Milliarden Euro an Steuern schulden, sagte Papandreou der «Financial Times Deutschland». Auf diese Gruppe wolle man sich nun konzentrieren.

«Wir werden die Aufgabe wahrscheinlich an Privatfirmen outsourcen. Denn wir haben den Eindruck, dass der Verwaltungsapparat das nicht kann und sich bei dieser Aufgabe nicht sehr wirkungsvoll gezeigt hat», sagte der griechische Regierungschef.

Griechenland habe keinen Verwaltungsapparat wie ein nordisches Land, der gut organisiert sei und dem einfach Anordnungen erteilt werden könnten, die dann verlässlich umgesetzt werden, räumte der Premier ein. «Der ganze öffentliche Apparat ist sehr bürokratisch und wenig transparent. Es sind also Verwaltungsreformen nötig, die sehr tief reichen, bei denen man Mentalitäten von Grund auf ändern muss.»

Papandreou fügte hinzu, dass Griechenland ein auch grosses Problem mit der Gerichtsbarkeit habe. Das Justizsystem funktioniere so: «Wer Steuern schuldet und vor Gericht gestellt wird, bekommt oft eine Übergangszeit von drei Jahren, während der man nichts bezahlt. Danach bekommt man oft eine kleine Strafe oder man bekommt noch mehr Zeit.»

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(cms/rcv/sda)