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Griechenland: Spuren der Krise, Fussstapfen des Königs

Kompromisslos und teuer: Der griechische Schalke-Verteidiger Papadopoulos (links) im Duell mit Hannovers Diouf. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Griechenland.

Veröffentlicht am 18.05.2012

Griechenland kommt nicht aus den Schlagzeilen - aber das hat (noch) keine sportlichen Gründe. Wenn das Team im Eröffnungsspiel der Fussball-Europameisterschaft am 8. Juni auf Co-Gastgeber Polen trifft, wird in Athen nach wie vor keine neue Regierung am Werk sein: Für den 17. Juni sind Neuwahlen angesetzt, die angesichts des drohenden Staatsbankrotts längst schon als «Schicksalswahl» bezeichnet werden. Bis dahin regelt eine Übergangsregierung die Geschäfte.

Sport

Der Überraschungs-Europameister von 2004 hat auch in der Qualifikation zur EM 2012 Beachtliches geleistet: Das griechische Team überstand die Qualifikation ohne Niederlage und gewann die Gruppe vor Kroatien. Für das Turnier in Polen und der Ukraine setzt Nationaltrainer Fernando Santos auf erfahrene Akteure und hat unter anderem den 36-jährigen Stürmer Nikos Liberopoulos aufgeboten.

Für Santos bietet die «Euro 2012» Gelegenheit, endgültig aus den Fussstapfen seiner Vorgängers, «König Otto» (Otto Rehhagel), zu treten. Die meist knappen Erfolge der Griechen in der Qualifikation erinnerten an das Endrundenturnier 2004 in Portugal - und dessen Ausgang ist bekannt.

Marktwert

Das griechische Team bringt es auf einen Gesamtwert von 135 Millionen Franken. In der Statistik von «Transfermarkt.ch» führen gleich zwei in der Deutschen Bundesliga engagierte Spieler die Rangliste der wertvollsten Spieler an: Für Schalke-Verteidiger Kyriakos Papadopoulos müsste ein Interessent derzeit rund 12 Millionen Franken auf den Tisch blättern. Sokratis, Abwehrspieler bei Werder Bremen, bringt es auf 10,5 Millionen Franken.

Wirtschaft

Griechenland dürfte auch 2012 ein weiteres Jahr der Rezession erleben. Die Aussenwirtschaft wird sich vermutlich verlangsamen, gebremst durch eine weniger dynamische Exportnachfrage. Aufgrund neuer Sparprogramme ist anzunehmen, dass die Ausgaben der privaten Haushalte und des öffentlichen Sektors weiter rückläufig sind.

Mit dermassen verschlechterten Aussichten ist es wenig wahrscheinlich, dass das Investitionsniveau sich innerhalb kurzer Frist erholt. Nach der letzten Parlamentswahl ist die politische Situation in Griechenland blockiert. Der Ausgang der geplanten Neuwahlen ist ungewiss. Ein Austritt aus der Euro-Zone hätte kurzfristig massive Auswirkungen auf die griechische Volkswirtschaft und würde die Rezession noch verschärfen.

 

Die Griechenland-Spiele in Gruppe A

Freitag, 8. Juni / 18.00 Uhr: Polen-Griechenland
Dienstag, 12. Juni / 18.00 Uhr: Griechenland-Tschechien
Samstag, 16. Juni / 20.45 Uhr: Griechenland-Russland

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Dienstag: Alle Details zu Kroatien.

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