Im Kampf gegen die Schuldenkrise nimmt Griechenland einen schnelleren Verkauf seines Anteils am Erdölveredler Hellenic Petroleum ins Visier. Die Regierung hält es für möglich, dass der Verkauf früher als wie bislang geplant im ersten Quartal 2012 über die Bühne geht.

Dies erklärte der griechische Umweltminister Giorgos Papakonstantinou am Samstag. Hellenic Petroleum betreibt Raffinerien in Griechenland und Mazedonien und verfügt über eine Marktkapitalisierung von 1,8 Milliarden Euro. Der Staat hält einen Anteil von 35,5 Prozent.

Im Gegenzug für Finanzhilfen der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss sich Griechenland im grossen Stil von Unternehmensanteilen trennen. Insgesamt sollen die Verkäufe 50 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Die Beteiligungen am Gaskonzern Depa und am Netzbetreiber Desfa sollen noch vor Jahresende veräussert werden.

Nothilfe für Banken

Ausserdem wurde am Sonntag bekannt, dass die griechische Notenbank im August einige Banken des Landes notfallmässig finanziell unterstützt hatte. Dies sagte Zentralbankgouverneur Giorgos Provopoulos der Zeitung «Kathimerini» einem Vorabbericht zufolge.

Seit dem Beginn der Finanzkrise habe die Notenbank Liquidität bereitgestellt, erklärte er weiter. Dieses Angebot bestehe auch weiterhin.

Griechenland war als erstes Land der Euro-Zone an seinem Schuldenberg gescheitert und wurde im Mai 2010 nur mit einer Kreditzusage von 110 Milliarden Euro seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds vor der Staatspleite gerettet. Die Banken des Landes sind inzwischen auf Hilfe der Europäischen Zentralbank angewiesen.

(rcv/sda)

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