Griechenland muss trotz seiner verfehlten Sparziele vorerst nicht fürchten, von den internationalen Hilfsgeldern abgeschnitten zu werden. Nach Angaben von EU-Diplomaten wäre eine solche Schlussfolgerung «verfrüht». Dies wurde am Montagabend beim Treffen der Finanzminister der 17 Euro-Länder in Luxemburg bekannt.

Eine Expertengruppe von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ist derzeit in Athen. Diese «Troika» werde nun berechnen, welche Auswirkungen die Rezession der griechischen Wirtschaft auf die vereinbarten Sparziele habe, sagte ein EU-Diplomat. Dann sei klar, ob der Wirtschaftseinbruch wirklich Schuld sei.

Griechenland hatte zuvor mitgeteilt, dass wegen der Rezession sein Staatsdefizit im laufenden Jahr nicht 7,6 sondern 8,5 Prozent vom Bruttoinlandprodukt (BIP) erreichen werde. Das ist deutlich höher als mit den internationalen Rettern vereinbart. Im Gegenzug für das 110 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm von Europäern und IWF muss Athen strenge Auflagen einhalten.

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Die Euro-Minister wollen den Bericht der Troika abwarten, bevor sie die nächste Kredittranche von 8 Milliarden Euro freigeben. Athen benötigt das Geld dringend, sonst wäre das Land spätestens Ende Oktober pleite.

(vst/awp)