Am heutigen Montag kommt Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis erneut mit seinen Amtskollegen aus der Euro-Zone zusammen, nachdem das Treffen der vergangenen Woche ohne Ergebnis blieb. 30 Prozent der Auflagen will Athen neu aushandeln, lautet die hellenische Marschroute. Zwar soll weiter gespart und reformiert werden, ein sozialer Härtekurs aber vermieden werden. Man werde nicht auf Druck von Aussen auf Konfrontationskurs mit der Bevölkerung gehen, sagte ein Regierungssprecher.

Kommt es zu keiner Einigung, droht Ungemach. Denn das aktuelle Programm läuft Ende Februar aus, ohne Anschlussfinanzierung steht das Land vor der Staatspleite. «Angesichts der Geldknappheit der griechischen Banken, denen von der Europäischen Zentralbank aktuell nur Übergangskredite genehmigt werden, steuert die griechische Frage unweigerlich auf einen Höhepunkt zu», sagt Anja Hochberg, Investmentchefin für Europa und die Schweiz bei der Credit Suisse, im Interview mit finanzen.ch.

Gewährt die Euro-Zone Athen Zugeständnisse?

Am Donnerstag hatten sich Griechenland und die anderen Euro-Staaten nicht auf eine Erklärung zum gemeinsamen Kurs bei der finanziellen Rettung des Landes einigen können. «Wir brauchen etwas mehr Zeit», hatte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem nach mehr als sechsstündigen Beratungen in Brüssel gesagt.

Welches Szenario ist in der aktuellen Euro-Krise am wahrscheinlichsten? Hochberg geht nicht davon aus, dass es zu einem Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum kommen wird. Demnach dürfte die Euro-Zone Athen mit Zugeständnissen entgegenkommen – «die am grundsätzlichen Reform- und Sanierungskurs aber nicht rütteln, den neuen Machthabern in Griechenland jedoch eine gesichtswahrende Rückkehr erlauben.»

«Lösung in Griechenland positiv für Risikappetit»

Eine zügige Einigung in der Griechenland-Frage dürfte die Schweizer Börse beflügeln. Hochberg sagt: «Eine absehbare Lösung in Griechenland ist nicht nur positiv für den allgemeinen Risikoappetit, sondern hilft auch den Franken zu stabilisieren.»

Lesen Sie das ganze Interview mit Anja Hochberg bei finanzen.ch. Darin erklärt die Investmentchefin der Credit Suisse auch, was sie für die Schweier Börse in den kommenden zwölf Monaten rechnet.

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