Die griechische Presse hat den Schuldenschnitt in Höhe von 105 Milliarden Euro zum grössten Teil positiv aber nicht bedenkenlos kommentiert. «Hoffnungsschimmer nach dem PSI (Schuldenschnitt-Private Sektor Involvement)», titelte die konservative Athener Zeitung «Kathimerini».

Das Blatt hebt die Aussage des griechischen Ministerpräsidenten Lucas Papademos bei einer Ansprache am Vorabend hervor, dass diese wohl die letzte Chance für Griechenland sei, die «nicht verpasst werden» dürfe.

Die Zeitung der politischen Mitte «Ta Nea» verglich Ministerpräsident Lucas Papademos mit einem Apostel, dessen Ratschläge die Griechen folgen sollten. «Das Lucas Evangelium», lautete der Tenor. Das Gebot sei Beschleunigung der Reformen und Wachstum.

Mit diesem Schuldenschnitt werde der Teufelskreis des Schuldenmachens zerschlagen. Um aber erfolgreich aus dieser Krise herauszukommen, müssten Politiker und Bürger umdenken. Die Parteien müssten Konsens, Vernunft und Realismus üben und die Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wieder den gemeinsamen Nenner suchen, hiess es.

«In 120 Tagen vom Bankrott zur Rettung»

Für das Boulevardblatt «Ethnos» ist Griechenland aus diesem Schuldenschnitt gestärkt herausgekommen. Dem Ministerpräsidenten Lucas Papademos wird zugesprochen, das Land «in 120 Tagen vom Bankrott zur Rettung» geführt zu haben.

Der Finanzexperte Papademos führt seit vergangenen November die Übergangsregierung mit der Unterstützung der beiden grossen Parteien, der Sozialisten und der Konservativen.

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«Verelendung des Volkes»

Die kommunistische Zeitung «Rizospastis» dagegen sieht im Schuldenschnitt die weitere «Verelendung des Volkes» durch neue harte Sparmassnahmen.

Auch die linke Zeitung «Avgi» zeigt sich pessimistisch: «Rettung mit 7 Prozent Rezession (kann es nicht geben)», meinte das Blatt. Am Vortag hatte das Statistische Amt bekanntgegeben, dass die griechische Wirtschaft 2011 um den Rekordwert von 6,95 Prozent geschrumpft ist.

(tno/awp)