Die griechische Regierung hat in der Debatte über einen Austritt aus der Euro-Zone vor Panikmache gewarnt. Ein Regierungssprecher distanzierte sich von Äusserungen des griechischen Zentralbankchefs George Provopoulos, der eine Wiedereinführung der Drachme als Hölle bezeichnet hatte.

«Es gibt keinen Grund Panik zu stiften, indem man sagt, wir werden zur Drachme zurückkehren», sagte Regierungssprecher Pantelis Kapsis. «Wir können es mit ernsthafter und systematischer Arbeit vermeiden.»

Klar sei, dass Griechenland noch lange nicht über den Berg sei. «Die Verhandlungen mit der Troika gestalten sich schwierig, die Wirtschaft ist in einem wirklich schlechten Zustand und Strukturreformen sind unausweichlich, damit Vertrauen wiederhergestellt wird», sagte der Sprecher.

Zentralbankchef Provopoulos hatte am Wochenende erklärt, dass Griechenland ein Austritt aus der Euro-Zone teuer zu stehen käme. So würde der Lebensstandard sinken und die neue Währung deutlich abgewertet - möglicherweise bis zu 70 Prozent. Das Land würde wirtschaftlich ins Jahr 1950 zurückkehren, hiess es.

62 Milliarden in zwei Jahren abgeflossen

In einer Umfrage sprachen sich jüngst mehr als Dreiviertel der Griechen dafür aus, dass die Regierung alles für einen Erhalt des Euro unternehmen müsse. Dagegen empfehlen einige Experten Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone, damit die Volkswirtschaft nach einer Abwertung der neuen Währung wieder wettbewerbsfähig werden kann.

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Wegen der Angst vor einem Austritt aus der Eurozone sind nach Angaben der Bank von Griechenland in den vergangenen zwei Jahren mehr als 62 Milliarden Euro ins Ausland geschafft worden. Allein im September und Oktober 2011 flossen demnach etwa 14 Milliarden Euro an Geldeinlagen von Privatkunden und Unternehmen von den heimischen Finanzinstituten ab

Das südeuropäische Land ist praktisch bankrott und könnte ohne die Milliardenhilfen von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

(tno/sda/awp)