Der Preisauftrieb im Euroraum hat sich im Mai wie erwartet abgeschwächt. Die jährliche Inflationsrate fiel von 0,7 Prozent im Vormonat auf 0,5 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Brüssel nach endgültigen Daten mitteilte. Damit wurde die erste Schätzung von Ende Mai bestätigt. Ökonomen hatten dies erwartet.

Ausschlaggebend für den vergleichsweise schwachen Preisauftrieb war vor allem die Entwicklung der Energiepreise. Hier stagnierte die Teuerungsrate laut Eurostat. Auch bei den Nahrungsmitteln gab es nur eine minimale Rate von 0,1 Prozent. Stärkster Preistreiber waren den Angaben zufolge die Dienstleistungen mit einer Teuerungsrate von 1,1 Prozent.

Stärkste Inflation in Österreich

Unter den Mitgliedsstaaten der Eurozone gab es im Mai die stärkste Inflation in Österreich mit einer Rate von 1,5 Prozent. Den stärksten Preisrückgang auf Basis der für europäische Zwecke harmonisierten Verbraucherpreise (HVPI) verzeichneten die Statistiker hingegen im Krisenland Griechenland mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 2,1 Prozent im Jahresvergleich. Für Deutschland meldete Eurostat eine Inflation von 0,6 Prozent. Die HVPI-Preisentwicklung kann zum Teil deutlich von den Daten der nationalen Statistikbehörden abweichen.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte unter anderem wegen der niedrigen Inflation ihre Geldpolitik Anfang des Monats weiter gelockert und den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Ausserdem müssen Banken erstmals Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Zugleich wollen die Währungshüter mit neuen Milliardenspritzen für das Bankensystem die Kreditvergabe vor allem in den südlichen Euroländern ankurbeln.

(awp/vst/sim)