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Irland: Defensiv in Europa - sportlich wie politisch

AIden McGeady (rechts) ist der teuerste Spieler der Mannschaft. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Irland.

Von Laura Frommberg
am 22.05.2012

Das Top-Thema in Irland ist zurzeit Europa – allerdings in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht: Am 31. Mai stimmen die Iren über den EU-Fiskalpakt ab. Schon seit Wochen wird in der Politik hefitg darüber diskutiert, ob sich im Volk eine Mehrheit für die EU-Pläne findet. Der Ausgang ist ungewiss – schon zweimal hatte das Land gegen EU-Verträge gestimmt: 2001 gegen den Vertrag von Nizza, 2008 gegen den von Lissabon.

Dabei ist Irland auf die Solidarität aus der EU angewiesen. Insgesamt 70 Milliarden Euro hat es bisher aus dem Rettungsschirm erhalten, die Transferzahlungen sind für das Land überlebenswichtig. Auch wenn die Wirtschaft langsam wieder auf Erholungskurs ist – die Krise ist noch lange nicht überwunden.

Sport

Irland trifft in der Gruppenphase auf Spanien, Italien und Kroatien. Trainer Giovanni Trapattoni hat vor, eine Defensive Taktik zu fahren. Eine «Lehrstunde» sei dabei das Champions-League-Finale Chelsea-Bayern gewesen. Obwohl die Bayern das Spiel gemacht hätten, habe Chelsea im Endeffekt gewonnen. Daran sollen sich die Iren ein Beispiel nehmen.

Marktwert

Die irische Nationalmannschaft hat gemäss transfermarkt.ch einen Gesamt-Marktwert von 130 Millionen Franken. Teuerster Spieler ist mit 12 Millionen Aiden McGeady, der im Mittelfeld bei Spartak Moskau kickt. Ihm folgt mit 10 Millionen Seamus Coleman vom FC Everton.

Wirtschaft

2011 begann für Irland eigentlich ganz gut. Die Wirtschaft wuchs vom ersten zum zweiten Quartal um mehr als 1 Prozent. Doch im dritten Jahresviertel folgte ein bitterer Rückschlag. Um 1,9 Prozent brach die Wirtschaftsleistung ein. Grund dafür war ein Einbruch der Investitionen um 20 Prozent sowie ein Rückgang der Ausgaben des privaten und öffentlichen Sektors um 1,3 Prozent.

Die Aussenwirtschaft blieb auf stabilem Niveau: Ein Rückgang der Importe war es allerdings, der die Verlangsamung des Exportwachstums ausglich. Auch in diesem Jahr schwächelte die Wirtschaft weiterhin. Mitte 2012 dürfte sich die Wirtschaft aber wieder leicht erholen, dank dem Aussenhandel und einer Erholung der volkswirtschaftlichen Fundamentalwerte, namentlich der Finanzierungsbedingungen und des Vertrauens in die Wirtschaft, schätzt Euler Hermes Schweiz.

 

Die Irland-Spiele in Gruppe C

Sonntag, 10. Juni / 20.45 Uhr: Irland-Kroatien
Donnerstag, 14. Juni / 20.45 Uhr: Spanien-Irland
Montag, 18. Juni / 20.45 Uhr: Italien-Irland

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Donnerstag: Alle Details zu Russland.

 

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