Irland hat seine konjunkturelle Aufholjagd fortgesetzt und im vergangenen Jahr wohl das kräftigste Wirtschaftswachstum in der EU erreicht. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) auf der Insel stieg um 4,8 Prozent, wie das nationale Statistikamt mitteilte.

Ein grösseres Plus für 2014 hat bisher kein anderes Mitglied der Europäischen Union gemeldet. Das irische Wachstum lag fast vier Mal höher als der EU-weite Schnitt. Irlands Finanzminister Michael Noonan kündigte an, die bisherigen Konjunkturdaten stünden im Einklang mit der Regierungsprognose für 2015 von 3,9 Prozent Wachstum.

Rückzahlung an IWF

Von Oktober bis Dezember 2014 legte die irische Wirtschaft zwar nur um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu und blieb damit weit unter den von Ökonomen erwarteten 1,0 Prozent. Fachleute reagierten dennoch positiv, da Impulse nicht nur vom Export, sondern auch von den Ausgaben der Konsumenten kamen. Hier gab es jeweils einen Anstieg von gut 1 Prozent.

Irland gilt als Musterland unter den Euro-Krisenstaaten und hatte Ende 2013 den Euro-Rettungsschirm verlassen. Noonan wies die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur des Landes nun an, Kredite an den Internationalen Währungsfonds (IWF) vorzeitig zurückzuzahlen.

1,5 Milliarden sparen

Damit spare man mehr als 1,5 Milliarden Euro, sagte er. Denn die IWF-Kredite, die ein Drittel des Rettungspakets von 67,5 Milliarden Euro ausmachen, sind teurer als die der Euro-Schutzschirme.

(sda/tno)

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