Irland will wie geplant zum Jahresende aus seinem internationalen Hilfsprogramm aussteigen. Die Regierung in Dublin teilte mit, dass sie im Anschluss auch keinen Vorsorgekredit des Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen will.

Das mit einem maroden Bankensektor kämpfende Irland hatte 2010 nach Griechenland als zweites Euro-Land um Hilfe gebeten und internationale Unterstützung von Europäern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 67,5 Milliarden Euro erhalten. Weitere 17,5 Milliarden Euro brachte das Land selbst auf.

Eine «Erfolgsgeschichte»

Die irische Regierung machte ihre Entscheidung vor einem Treffen der Euro-Finanzminister am Nachmittag in Brüssel bekannt, bei dem der Ausstieg Irlands sowie Spaniens aus ihren jeweiligen Hilfsprogrammen auf der Tagesordnung steht. Irlands wirtschaftliche und finanzielle Erholung im Zuge des Programms gilt nach den Worten eines EU-Diplomaten als «Erfolgsgeschichte».

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Bislang war aber noch nicht bekannt, ob das Land ab Jahresende wieder finanziell auf eigenen Füssen stehen will oder beim Euro-Rettungsfonds noch einmal einen Vorsorgekredit beantragt. Nun ist klar, dass die Regierung in Dublin die Rückkehr an die Finanzmärkte ohne dieses Sicherheitsnetz wagen will.

Die Bereitstellung eines solchen Vorsorgekredits wäre mit Auflagen verbunden gewesen und hatte Irland Gebühren gekostet, selbst wenn das Land das Geld nicht in Anspruch genommen hätte.

(sda/vst/aho)