Italien will das wegen der Schuldenkrise verhängte Verbot von Leerverkäufen auf Finanztitel an der Mailänder Börse nicht verlängern. Der Chef der italienischen Börsenaufsicht Consob erklärte, er werde die Vorgabe am Freitag auslaufen lassen.

Das Verbot von Leerverkäufen sollte im vergangenen Jahr eine Eskalation der Schuldenkrise verhindern. Im Sommer 2011 waren Banken, Versicherer und andere Finanzunternehmen verstärkt ins Visier von Anlegern geraten, die mit diesen hoch spekulativen Transaktionen auf fallende Börsenwerte ihres Investitionsziels setzten.

Bei Leerverkäufen leiht sich ein Anleger Aktienpapiere eines Unternehmens, um sie gleich weiter zu verkaufen. Der Investor hofft dabei auf fallende Kurse, so dass er die Papiere bis zum Rückgabe-Termin billiger zurückkaufen kann und die Differenz als Gewinn einstreicht.

Frankreich, Spanien und Belgien haben in diesem Monat bereits ihre Verbote gegen diese Transaktionen aufgehoben. In Deutschland sind ungedeckte Leerverkäufe hingegen gesetzlich verboten.

(rcv/sda)