Der typische Unternehmensgründer in Italien im Jahre 2015 hört auf den Nachnamen «Hu». Darauf folgen «Chen» und «Singh» – erst auf Platz vier ist mit «Rossi» der erste italienische Familienname anzutreffen. Das ergab eine Auswertung von statistischen Daten für das erste Halbjahr durch die Tageszeitung «La Repubblica». In der Region Lazio gibt es eine Ausnahme: Dort steht der Name Hossein an erster Stelle.

Italiener an der Spitze? Ausser in ländlichen Regionen und Kleinstädten ist das nirgendwo der Fall. Offenbar haben vor allem Familien ausländischer Herkunft auf dem Stiefel den Mut, eine Firma zu eröffnen. Insgesamt dominieren die Chinesen unter den Gründern – 416 Unternehmer mit dem Namen «Hu» haben seit Januar ein Gewerbe angemeldet. 370 Mal vermerken die Regionen den Namen Chen, darauf folgt das indische Singh mit 350 Einträgen. Nach Rossi steht dann erneut ein chinesischer Name auf Platz fünf: Wang.

In Mailand gründen Chinesen und Inder

Die «Repubblica» hat dabei sieben von 20 Regionen in Italien untersucht und auch die wirtschaftsstärksten analysiert, wie etwa die Lombardei. Vor allem in Mailand seien Chinesen, Inder und Nordafrikaner als Gründer aktiv, heisst es. In der zweitgrössten Stadt Italiens steht erst an zwölfter Stelle im Ranking ein italienischer Nachname.

Anzeige

Allerdings stimmt der Satz, dass damit Ausländer in Italien die aktivsten Unternehmer wären, nur zum Teil. Zumindest in der Lombardei sind es oft Einwanderer in der zweiten Generation. Diese haben vielleicht einen chinesischen Nachnamen – aber einen italienischen Pass.

(me)