Italien und Frankreich hoffen auf einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone nach der griechischen Parlamentswahl am Sonntag. Das sagte der italienische Regierungschef Mario Monti beim Besuch von Frankreichs Präsident François Hollande in Rom.

Hollande rief die Griechen auf, ihr Vertrauen in die EU und den Euro zu beteuern. «Das griechische Volk ist souverän. Es hat riesige Bemühungen zur Sanierung einer Situation unternommen, die leider verheerend war», sagte der französische Präsident.

Monti betonte die gemeinsame Haltung Italiens und Frankreichs in der Eurokrise. Es gebe eine «sehr starke Übereinstimmung der Sichtweise» der beiden Länder, sagte er.

Beide beurteilten das, was bislang angesichts der Krise getan worden sei, als «sehr positiv». Die «wichtigen Fortschritte» innerhalb der Eurozone seien aber nicht ausreichend, und die «Schwachpunkte des Systems» müssten gestärkt werden.

Eurobonds diskutiert

Er sei sich mit Hollande einig, dass das Wachstum grössere Aufmerksamkeit verdiene. Das bedeute nicht, die Haushaltsdisziplin zu vernachlässigen. Europa müsse Investitionen sowohl im privaten, als auch im öffentlichen Bereich unterstützen. Auch die Einführung von Eurobonds habe er mit Hollande besprochen, sagte Monti.

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Monti war zuletzt Spekulationen über mögliche Finanzhilfen für sein Land entgegengetreten. Ungeachtet aller Sparanstrengungen musste Italien allerdings am Donnertag erneut höhere Zinsen für neue Schulden zahlen.

Am Abend wurde Hollande noch von seinem italienischen Amtskollegen Giorgio Napolitano empfangen. Die beiden Treffen dienten auch der Vorbereitung eines für den 22. Juni ebenfalls in Rom geplanten Vierergipfels mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy sowie Hollande und Monti. Auch dabei dürfte es um mehr Wachstum in den in der Krise steckenden Ländern Südeuropas gehen.