Italien hat sich zu wesentlich geringeren Zinsen refinanziert. Bei einer Auktion sechsmonatiger Anleihen halbierte sich die zu zahlende Rendite von 6,5 Prozent bei einer Auktion im November auf 3,25 Prozent, wie die nationale Schuldenagentur in Rom mitteilte.

Ähnlich stark sank die Rendite bei einer zweiten Auktion von Nullkuponanleihen mit Fälligkeit im Jahr 2013. Hier gab der Effektivzins von 7,81 Prozent im November auf 4,85 Prozent nach. Die Nachfrage zog bei beiden Emissionen an.

Insgesamt nahm der italienische Staat mit den Auktionen gut 10,7 Milliarden Euro ein. Bei dem Papier mit sechsmonatiger Laufzeit lag die Nachfrage 1,47-fach höher als das Angebot, bei der Nullkuponanleihe lag sie 2,24-mal so hoch wie das Angebot. Damit war die Nachfrage jeweils stärker als bei Auktionen im November.

Auch am Sekundärmarkt gehen Aufschläge zurück

Experten hatten im Vorfeld mit guten Auktionsergebnissen gerechnet. Sie verwiesen auf das zuletzt deutlich günstigere Umfeld am Sekundärmarkt, wo bestehende Staatsanleihen gehandelt werden. Hier waren die Renditen - ein Mass für das Misstrauen der Investoren - seit November stark gesunken, insbesondere in den kürzeren Laufzeiten. Auch heute gaben die Renditen am Zweitmarkt deutlich nach.

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Hohe Anleiherenditen belasten den Staatshaushalt, da sie die Refinanzierung der Länder verteuern. Griechenland, Irland und Portugal mussten aus diesem Grund vor längerem mit Finanzhilfen gerettet werden.

Die Schwergewichte Italien und Spanien waren insbesondere im Spätsommer unter Druck geraten, nachdem auch dort die Renditen stark gestiegen waren. Ausschlaggebend war die Beteiligung privater Investoren an der Rettung Griechenlands, was den Status von Staatsanleihen als «sicherer Hafen» stark ankratzte.

(tno/rcv/awp/sda)