Italien muss den Investoren für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren Rekordzinsen zahlen. Das Land platzierte Anleihen im Volumen von 3 Milliarden Euro. Für die Papiere wird eine Rendite von 6,29 Prozent fällig. Derart hohe Zinsen für diese Papiere musste das Land den Anlegern seit Einführung des Euro noch nie zahlen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Zuspitzung in der europäischen Schuldenkrise und der Bildung einer neuen Regierung in Italien sprachen Experten in ersten Stellungnahmen dennoch von einer leichten Entspannung am Markt für italienische Staatsanleihen.

Bei der letzten vergleichbaren Auktion Mitte Oktober hatte der Zinssatz noch bei 5,32 Prozent gelegen. Zugleich stieg aber auch die Nachfrage: Die Auktion der fünfjährigen Anleihe war den Angaben zufolge 1,47-fach überzeichnet, nachdem die vorangegangene Auktion 1,34-fach überzeichnet war.

Im Zuge der jüngsten Zuspitzung der Schuldenkrise hatten die Renditen für italienische Staatsanleihen in der vergangenen Woche ein Rekordhoch am sogenannten Sekundärmarkt erreicht. Die Rendite für die richtungsweisende italienische Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterte am vergangenen Mittwoch - vor dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi - im freien Handel erstmals seit der Einführung des Euro über die Marke von 7 Prozent.

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Hoffen auf die neue Regierung

Mit der Bildung einer neuen Regierung in Rom habe sich der Handel mit italienischen Staatsanleihen aber wieder etwas entspannt. Die Rendite für zehnjährige Papiere stand gegen Mittag bei 6,35 Prozent.

Wegen wachsender Zweifel an der Reformpolitik war Italien zuletzt verstärkt ins Visier der Finanzmärkte geraten. Das Land will unter dem designierten Ministerpräsidenten und früheren EU-Kommissar Mario Monti einen politischen Neuanfang nach der Ära Berlusconi wagen.

Die hoch verschuldete, drittgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone muss rasch das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen und Reformen auf den Weg bringen.

(tno/rcv/awp/sda)