Italien steckt nach Einschätzung der Zentralbank dieses Jahr tiefer in der Rezession als gedacht. Zentralbankchef Ignazio Visco rechnet damit, dass die Rezessionsphase auch im kommenden Jahr anhält. Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds brauche Italien aber nicht.

«Die Wirtschaftslage verschlechtert sich überall auf der Welt», sagte Visco der Zeitung «La Repubblica». Auch 2013 werde ein Jahr der Rezession sein. «Wir müssen lernen, besser und mit weniger Ressourcen produzieren», forderte der Zentralbankchef.

Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds braucht Italien laut dem Zentralbankchef aber nicht. «Wenn die Märkte begreifen, dass es in Italien eine Wende gegeben hat, dass wir im Einsatz um die Haushaltsdisziplin nicht nachlassen und für Wachstum sorgen werden, wird Italien den Rettungsfonds nicht brauchen. Vieles hängt von uns ab», sagte Visco.

Sparprogramme von Monti richtig

Italien werde sich aus der Krise erholen, aber nur wenn es sein Vertrauen zurückfinde. Das Land habe viel unternommen, um seine internationale Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, sagte Visco. Er räumte zugleich ein, dass es keine schnelle Lösung für die Schuldenprobleme Italiens gebe.

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Die Sparprogramme von Regierungschef Mario Monti lobte Viscoals richtige Strategie gegen die Krise. Die Regierungsaktion müsse aber beschleunigt werden.

Italien steckt seit Mitte vergangenen Jahres in einer Rezession. Die Wirtschaft wurde auch durch diverse Sparpakete belastet. Die Renditen der zehnjährigen italienischen Anleihen kletterten in den vergangenen Wochen auf mehr als 6 Prozent und verteuern damit die Refinanzierungskosten des Landes, wenn es neue Anleihen ausgibt.

(aho/sda)