Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Freitag eine weitere Milliarden-Tranche für das krisengeschüttelte Griechenland freigegeben. Mit dem jüngsten Teilkredit über rund 3,2 Milliarden Euro beliefen sich die Hilfen des Fonds nun auf insgesamt 17,4 Milliarden Euro, teilte der IWF am Freitag in Washington mit.

IWF-Chefin Christine Lagarde hob zwar die Verringerung des griechischen Defizits und eine schrittweise Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit hervor. In der ersten Hälfte nächsten Jahres sei auch wieder mit Wirtschaftswachstum zu rechnen. «Angesichts wichtiger struktureller Reformen, die noch durchgeführt werden müssen, bleiben noch erhebliche Herausforderungen», mahnte sie allerdings.

Auf Dauer angelegte Änderungen

Sie forderte «auf Dauer angelegte haushaltspolitische Anpassungen». Andernfalls drohe das Defizit auf einem Niveau zu bleiben, das nicht durchzuhalten sei. Reformen, die auf einer Steigerung der Produktivität abzielten, müssten überdies beschleunigt werden.

Der Rettungsplan von Europäern und Weltwährungsfonds läuft seit Mai 2010. Die Euro-Finanzminister hatten erst am vergangenen Wochenende einen neuen Kredit über 12 Milliarden Euro für das krisengeschüttelte Land freigegeben. Nun arbeiten die Partner unter Hochdruck an dem neuen und bis zu 120 Milliarden Euro schweren Rettungsplan, der Griechenland über 2013 hinaus Luft verschaffen soll.

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Insgesamt summieren sich die bisherigen Hilfen für Athen bislang auf 65 Milliarden Euro. Griechenland war damit als erstes an den internationalen Finanztropf gekommen; später folgten Irland (85 Milliarden Euro) und Portugal (78 Milliarden Euro).

(laf/sda)