1. Home
  2. Konjunktur
  3. IWF warnt Portugal vor übertriebenem Sparkurs

IWF warnt Portugal vor übertriebenem Sparkurs

Bei einer unerwartet heftigen Rezession sollte Portugal nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds seinen Sparkurs nicht noch weiter verschärfen.

Veröffentlicht am 05.04.2012

Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt vor einem radikalen Sparkurs Portugals, sollte die Rezession unerwartet heftig werden. In diesem Fall sei die Verfolgung der mit EU und IWF vereinbarten Defizitziele möglicherweise nicht ratsam, warnt der IWF.

Der IWF ging zwar nicht so weit, eine Lockerung der Sparziele für das Land unter dem Rettungsschirm zu fordern. Die Experten zeigten sich jedoch besorgt über die wirtschaftlichen Folgen der Einsparungen. Die Geldgeber aus der EU hatten bislang eine strikte Einhaltung der Ziele gefordert.

Portugal steckt derzeit in der schwersten Rezession seit den 70er-Jahren. Sowohl die Regierung als auch die EU-Gläubiger gehen davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als drei Prozent schrumpfen wird und auch 2013 kaum wachsen wird. In dem IWF-Bericht zu Portugal heisst es weiter, dass die in diesem Jahr angepeilten Defizitziele grundsätzlich weiter erreichbar seien.

Zudem sei das Rettungsprogramm im Gesamtvolumen von 78 Milliarden Euro ausreichend, weil sich das Land wie geplant voraussichtlich 2013 wieder voll auf dem Finanzmarkt finanzieren könne. Der IWF hatte erst am Mittwoch die Auszahlung von mehr als fünf Milliarden Euro aus dem Rettungsprogramm für Portugal freigegeben und dem Land dabei Fortschritte bei Haushaltsreformen wie dem Umbau staatlicher Unternehmen attestiert.

(chb/sda)

Anzeige