Das tönt nicht mehr nach Männerfreundschaft: Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), und der abtretende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann liegen sich öffentlich in den Haaren. Begonnen hat der verbale Schlagabtausch vor Wochenfrist, als Ackermann im Rahmen der Bekanntgabe des Jahresergebnisses 2011 signalisiert hatte, dass sein Haus die Stützungsaktionen der EZB nicht nötig habe.

«Zu sagen, es sei unwürdig für eine Bank, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen - das sind Bekundungen von Männlichkeit», wird Draghi von der «Financial Times Deutschland» zitiert. Auch einige britische Institute verzichteten auf die Inanspruchnahme der EZB-Sonderkredite. Diese Banker wollten offenbar zeigen, dass sie echte Kerle seien, spottete Draghi.

Der EZB-Präsident verweist darauf, dass selbst jene Häuser, die das Angebot vordergründig ausschlagen, auf andere Elemente des EZB-Krisenprogramms zurückgreifen würden. Im Übrigen, so Draghi, sei es «kein Makel», das Sonderprogramm zu nutzen: «Sehr viel bessere und grössere Banken machen von diesen Möglichkeiten Gebrauch», wird sein Seitenhieb in Richtung Deutsche Bank zitiert.

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(vst)