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Konjunktur

Juncker: Schuldenschnitt von mehr als 60 Prozent

Jean-Claude Juncker: «Wir reden über mehr». (Bild: Keystone)

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, hält einen Schuldenschnitt Griechenlands für denkbar - und rechnet dann mit einem Erlass von mehr als 60 Prozent. EU-Kommissionspräsident Barroso

Veröffentlicht am 11.10.2011

«Ich schliesse einen Schuldenschnitt nicht aus. Aber man sollte nicht denken, dass es einfach reicht, einen brutalen Schuldenschnitt in Griechenland vorzunehmen» - das hat der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, am Montagabend dem österreichischen Fernsehsender ORF gesagt.

«Man muss dafür Sorge tragen, dass dies nicht zu Ansteckungsgefahren in der Eurozone führt», so Juncker. Auf die Frage, ob man im Falle Griechenlands von einem Schuldenschnitt von 50 bis 60 Prozent rede, sagte er, «wir reden über mehr».

Die politische Führung in der Krise sei «nicht optimal» gewesen, gestand Juncker ein. «Wir waren nicht schnell genug.» Die Finanzmärkte könnten rascher reagieren als die Politiker. Juncker plädierte für mehr Abstimmung in der Finanz- und Haushaltspolitik.

«Wenn der Euro wankt, bringt das alle in Schwierigkeiten»

Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, sprach sich derweil dafür aus, dass alle EU-Staaten sich nach Möglichkeit an der Rettung Griechenlands beteiligen sollten, auch wenn sie nicht Mitglieder der Euro-Zone seien.

«Ich würde mir wünschen, dass alle Länder Unterstützung leisten, wenn sie die finanziellen Möglichkeiten dazu haben», sagte Barroso der deutschen «Bild»-Zeitung (Dienstagsausgabe). Dies läge auch in ihrem eigenen Interesse. «Wenn der Euro wankt, bringt das alle Länder in Schwierigkeiten - auch die mit eigener Währung.»

(tno/kgh/sda/awp)

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