Das griechische Kabinett hat Ministerpräsident Giorgos Papandreou Rückendeckung für seinen Plan gegeben, eine Volksabstimmung über das Euro-Rettungspaket abzuhalten. Das sagte ein Regierungssprecher am frühen Morgen nach einer siebenstündigen Kabinettssitzung in Athen.

Das Referendum solle unmittelbar stattfinden, nachdem die Details des Hilfspakets ausgehandelt seien. Während der Kabinettssitzung übten einige Minister nach eigenen Angaben Kritik am Vorstoss des Regierungschefs. Sie hätten jedoch versichert, die Regierung bei der anstehenden Vertrauensabstimmung im Parlament zu unterstützen.

Papandreou verteidigte bei dem Treffen seinen Plan noch einmal vehement. Die Volksabstimmung werde «ein klares Mandat erteilen und eine klare Botschaft zugunsten unseres europäischen und Pro-Euro-Kurses senden», sagte er nach Angaben eines Sprechers.

«Niemand wird in der Lage sein, Griechenlands Kurs innerhalb der Eurozone anzuzweifeln», hiess es. Bereits zuvor hatte sich der sozialdemokratische Politiker zuversichtlich gezeigt, die von ihm angekündigte Vertrauensfrage im Parlament zu gewinnen.

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Die Abstimmung der Abgeordneten ist für Freitag geplant. Die Ankündigung des Referendums hatte weltweit an den Märkten für Erschütterungen gesorgt. Befürchtet wird, dass bei einer Ablehnung des Rettungsplans durch die Griechen eine Staatspleite nicht mehr auszuschliessen ist.

(laf/kgh/sda)