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Kroatien: Der Superstar und sein Hofstaat

Tottenham-Star Luka Modric ist der teuerste kroatische Nationalspieler. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Kroatien.

Von Volker Strohm
am 21.05.2012

Der Countdown läuft: Am 1. Juli 2013 wird Kroatien als 28. Land Mitglied der Europäischen Union. Damit erfährt der politische Prozess einen weiteren Meilenstein - ein Prozess, der 1990 mit der Verfassung und der Republik Kroatien als eigenständiger Staat begann. Im Jahr 2000 formte sich das ursprünglich präsidial-demokratisch System zu einer parlamentarischen Demokratie um.

Auf einzelne Branchen hat der bevorstehende EU-Beitritt bereits Auswirkungen: So frohlockt die Bauwirtschaft, Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Weil dem Land dann Fördermittel aus Brüssel zur Verfügung stünden, solle laut Prognosen insbesondere der Tiefbau sowie der Bau von öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Krankenhäuser profitieren.

Sport

Für Slaven Bilic ist die «Euro 2012» der vorerst letzte Auftritt als Nationaltrainer: Der ehemalige Spieler von Karlsruhe, West Ham United und Everton wird neuer Coach des FC Lok Moskau.

Seit 2007 gehört Kroatien zu den zehn besten Nationalteams weltweit - einen Titel gewann die Mannschaft indes noch nicht. Mit Spanien und Italien bekommt das Land in der EM-Gruppenphase gleich zwei schwere Brocken vorgesetzt.

«Ich kann nicht behaupten, dass die Mannschaft besser ist als 2008, aber ich kann sagen, dass ich es als so empfinde», wird Bilic auf der Uefa-Homepage zitiert. «Wir wollten 2008 gewinnen und fahren jetzt wieder mit den gleichen Ambitionen zur Euro.»

Marktwert

Das kroatische Nationalteam bringt es gemäss «Transfermarkt.ch» auf einen Gesamtwert von 245 Millonen Franken.

Davon entfallen alleine 52 Millionen Franken auf Tottenham-Star Luka Modric. Zwar hat der Kroate erst kürzlich seinen Vertrag mit den «Spurs» bis 2016 verlängert - wenn aber Interessenten wie zuletzt Real Madrid auf der Matte stehen, kann das schon schnell Makulatur sein.

Auch ein «Schweizer» gehört zu den Top-Stars: Der im Fricktal aufgewachsene ex-Basel-Spieler Ivan Rakitic wird mit einem Marktwert von 12 Millionen Franken bewertet.

Wirtschaft

Nach zwei Jahren Rezession stagnierte die kroatische Wirtschaft im Jahr 2011 und blieb damit hinter den meisten anderen Ländern in der Region zurück. Die Inlandsnachfrage war schwach: der private Konsum wuchs um 0,2 Prozent, der öffentlicher Konsum sank um 0,2 Prozent und die Bruttoanlageinvestitionen fielen gar um 7,2 Prozent.

Die Exportzunahme im Jahr 2011 war mit 2,2 Prozent gedämpft, aber das Importwachstum war mit nur 1 Prozent noch geringer. Im vierten Quartal 2011 schrumpften alle Hauptkomponenten des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahrs, mit Ausnahme des privaten Konsums, der allerdings gerade einmal um 0,1 Prozent stieg. Als Resultat schrumpfte das reale BIP im vierten Quartal um 0,4 Prozent im Jahresvergleich.

Eine straffe Geldpolitik ausgerichtet auf die Stabilität des Kuna/Euro-Wechselkurses, geringer Spielraum für Konjunkturpakete aufgrund der Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung sowie die wirtschaftliche Schwäche der EU dürften die Wachstumsaussichten noch für einige Zeit dämpfen. Im Jahr 2012 rutscht die Wirtschaft wahrscheinlich erneut in eine Rezession, bevor sie sich 2013 mit etwa 1 Prozent Wachstum allmählich erholt.

 

Die Kroatien-Spiele in Gruppe C

Sonntag, 10. Juni / 20.45 Uhr: Irland-Kroatien
Donnerstag, 14. Juni / 18.00 Uhr: Italien-Kroatien
Montag, 18. Juni / 20.45 Uhr: Kroatien-Spanien

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Mittwoch: Alle Details zu Irland.

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