Das klamme Zypern benötigt nach Einschätzung seiner Zentralbank etwa zehn Milliarden Euro zur Stützung seiner maroden Banken. «Niemand kann den Kapitalbedarf mit Sicherheit vorhersagen. Wir denken, dass die Zahl auf zehn Milliarden Euro hinauslaufen wird», sagte Zyperns Zentralbankgouverneur Panicos Demetriades.

Darin seien bereits die 1,8 Milliarden Euro an Staatshilfen enthalten, die das zweitgrösste zyprische Geldhaus Cyprus Popular Bank nach hohen Abschreibungen auf griechische Wertpapiere bekommen hatte. Das von der Pleite bedrohte Euro-Land hatte im Sommer einen Antrag auf Hilfen des Euro-Rettungsschirms ESM gestellt.

Die Geldhäuser in dem drittkleinsten Staat der Euro-Zone sind eng mit dem Krisenherd Griechenland verflochten. Zypern wäre nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm.

In zypriotischen Regierungskreisen war zuletzt von einem Hilfspaket im Volumen von insgesamt 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Die Geldgeber wollen zunächst eine Bewertung des Kapitalbedarfs der zyprischen Banken abwarten, deren Schieflage das Land in die Bredouille brachte. Das Gutachten soll bis zum 7. Dezember vorliegen.

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(vst/aho/sda)