Die Wirtschaftsstimmung in der Welt verschlechtert sich: Der viermal jährlich vom deutschen Forschungsinstitut Ifo erhobene Indikator für das Weltwirtschaftsklima sackte im vierten Quartal von 97,7 auf 78,7 Punkte ab.

Fehlendes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik des eigenen Landes ist derzeit weltweit das grösste Problem. In der Umfrage unter mehr als 1000 Experten aus 119 Ländern landete das Thema auf Platz eins der Sorgenliste.

Daneben sehen die befragten Fachleute die öffentlichen Haushaltsdefizite und Arbeitslosigkeit als Hauptprobleme an, wie das Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. «Für die Verschlechterung waren zum einen die ungünstigeren Einschätzungen zur gegenwärtigen Lage und mehr noch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate massgeblich», sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

«Das Inflationsproblem dagegen ist weltweit in den Hintergrund gerückt und fiel auf der Rangliste von der zweiten auf die sechste Stelle», sagte Sinn weiter. Bereits im dritten Quartal war der Indikator spürbar um zehn Punkte gesunken.

Briten müssen Wachstumsprognose nach unten korrigieren

Derweil hat sich die wirtschaftliche Situation in Grossbritannien erneut eingetrübt. Die Arbeitslosenquote stieg im Zeitraum von Juli bis September auf 8,3 Prozent. Insgesamt waren 2,62 Millionen Menschen ohne Job, davon rund eine Million junge Leute, teilte die nationale Statistikbehörde mit.

Gleichzeitig korrigierte die britische Zentralbank ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten. Für das laufende Jahr würden statt 1,5 Prozent nur noch 1 Prozent Wachstum erwartet, sagte Zentralbankchef Mervyn King. Auch im Olympiajahr 2012 sei kein höheres Wachstum zu erwarteten, nachdem die Bank zuvor noch mit 2,2 Prozent gerechnet hatte.

Bereits am Vortag hatte die Bank die Inflationsrate mit 5 Prozent angegeben und damit nur etwas niedriger als im Vormonat, als sie bei 5,2 Prozent lag. Allerdings erwarten die

Konjunkturexperten einen deutlichen Abfall der Preissteigerung im Jahr 2012, nachdem die 2011 erhöhte Mehrwertsteuer sowie Erhöhungen bei den Energiepreisen im nächsten Jahr nicht mehr wirksam werden dürften.

(tno/vst/awp/sda)

Anzeige