Jetzt senkt Moody's auch noch die Kreditwürdigkeit des Rettungsschirms EFSF auf negativ. Zur Begründung verwies die Agentur am frühen Mittwochmorgen auf die Senkung des Ausblicks für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg am Vortag. Alle drei trügen erheblich zum Rettungsschirm bei, hiess es: Allein Deutschland schultere 29,1 Prozent. Bisher bewertete Moody's den Ausblick für den EFSF mit stabil.

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Die Ratingagentur hatte den negativen Ausblick für Deutschland, die Niederlande und Luxemburg am Dienstag mit dem «Ausmass der Ungewissheit über den Ausblick für den Euroraum» begründet.

Die möglichen Auswirkungen plausibler Szenarien über Mitgliedstaaten rechtfertigten nicht mehr einen stabilen Ausblick. So wäre nach Moody's Einschätzung ein griechischer Austritt aus dem Euro «eine materielle Bedrohung für den Euro».

EFSF kritisiert Moody's

Der europäische Rettungsfonds EFSF hat die Herabstufung des Ausblicks für die Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Moody's kritisiert. Die Senkung des Ausblicks von zuvor «stabil» auf «negativ» werde der jüngsten Entwicklung an den Finanzmärkten nicht gerecht. Zuletzt habe der Fonds bei der Versteigerung eines Geldmarktpapiers mit einer Laufzeit von sechs Monaten noch ein Negativ-Zins von 0,0113 Prozent erzielen könnte, sagte der EFSF-Chef Klaus Regling am Mittwoch. Der Rettungsfonds sei an den Märkten weiter «gut etabliert» und geniesse das Vertrauen der Investoren.

In der Nacht zum Mittwoch hatte Moody's den Ausblick für den EFSF gesenkt. Damit muss der Euro-Rettungsschirm eine Abstufung seiner Kreditwürdigkeit fürchten. Die negative Bewertung sei eine direkte Folge der Zweifel an den Spitzenratings der EFSF-Bürgen Deutschland, Niederlande und Luxemburg, begründete Moody's den Schritt. Bei Moody's wird der Rettungsschirm mit der Bestnote «Aaa» bewertet.

Der Krisenfonds EFSF versteigert an den Finanzmärkten Anleihen, für welche die Euro-Länder garantieren. Diese Gelder werden dann als Kredite an bedürftige Staaten verzinst weitergegeben. Bisher profitieren Portugal, Irland und Griechenland von Hilfen, die aus dem EFSF kommen. Spanien und Zypern haben Kredite beantragt.

(chb/aho/sda)