Einem Bericht der «Financial Times Deutschland» («FTD») zufolge diskutieren die Staaten der Euro-Zone darüber, das Ende Juli vereinbarte zweite Hilfspaket für Griechenland neu zu verhandeln und Banken und Versicherungen stärker in die Pflicht zu nehmen.

Grund seien die verschlechterten Wirtschaftsdaten Griechenlands. «Die Schuldentragfähigkeit muss gesichert sein», zitiert die Zeitung aus Kreisen der Euro-Zone. Dafür reiche der bislang geplante Abschlag von 21 Prozent, den die Finanzbranche nach den bisherigen Plänen bei ihren griechischen Staatsanleihen hinnehmen soll, nicht aus. Gespräche der Beteiligten haben dem Bericht zufolge bereits begonnen.

Gerade erst war die endgültige Entscheidung über den nächsten Hilfskredit über 8 Milliarden Euro auf Mitte Oktober verschoben worden. Gibt es keine Einigung, droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit. Diese will zumindest die EU-Kommission auf jeden Fall vermeiden. «Die Folgen wären unkalkulierbar», zitiert die «FTD» hochrangige Brüsseler Kreise.

Die Banken hatten im Juli über ihren Verband IIF angeboten, Anleihen im Wert von 135 Milliarden Euro Euro aus ihrem Besitz gegen sehr viel länger laufende Anleihen umzutauschen. Der Euro-Rettungsfonds EFSF sollte das Geschäft absichern.

«Die Absicherung für den Finanzsektor ist unter den heutigen Bedingungen sehr grosszügig», sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der auch dem IIF vorsteht, hatte dagegen am Wochenende gesagt, die Banken seien sehr weit gegangen, es werde keine Änderung geben. Allerdings käme die Institute eine Pleite Griechenlands dem Bericht zufolge vermutlich teurer als ein grösserer Beitrag zur Rettungsaktion.

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(tno/sda)