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Neue EZB-Regeln treffen Italiens Banken stark

Monte Dei Paschi di Siena: Neue Sorgen für italienische Banken. Keystone

Die EZB verlangt ab 2018 grössere Rückstellungen von Banken, die ausfallgefährdete Darlehen vergeben. Das belastet laut Standard & Poor's in erster Linie italienische Institute.

Veröffentlicht am 16.10.2017

Neue Richtlinien der EZB-Bankenaufseher zum Umgang mit faulen Krediten werden aus Sicht der Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) vor allem Italien belasten.

Von allen Geldhäusern in der Euro-Zone würden die Vorgaben die dortigen Banken am stärksten treffen, teilte S&P am Montag mit. Diese dürften in der Folge voraussichtlich weniger erpicht sein, Darlehen an Firmen zu vergeben.

Anpassung bei ausfallgefährdeten Darlehen

Ab 2018 sollen Banken in der Euro-Zone alle Darlehen, die neu als ausfallgefährdet eingestuft werden, mit Rückstellungen stärker abfedern. Bei unbesicherten Problemkrediten soll nach zwei Jahren eine 100-prozentige Abdeckung erreicht werden, bei Problemdarlehen, bei denen Sicherheiten wie etwa Immobilien oder Wertpapiere hinterlegt sind, spätestens nach sieben Jahren. Für den Altbestand gelten diese Vorgaben nicht.

In Italien haben die neuen Leitlinien starke Kritik ausgelöst. In der Euro-Zone entfallen rund 30 Prozent des etwa 865 Milliarden Euro grossen Bergs an Problemdarlehen auf Institute aus Italien. Dort wird befürchtet, dass die Vorgaben das Wirtschaftswachstum dämpfen könnten.

(sda/gku/moh)

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