Die Quote der Arbeitslosen in Griechenland stieg im Mai auf 27,6 Prozent von 27,0 Prozent im April, wie die Statistikbehörde Elstat am Donnerstag in Athen meldete. Damit ist die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch wie in der Euro-Zone, wo sie im Schnitt bei 12,1 Prozent liegt.

«Die wachsende Beschäftigung im Tourismus kann weder den Strukturwandel in vielen anderen Branchen der Wirtschaft noch die schwache Binnennachfrage kompensieren», sagte Ökonom Nikos Magginas von der griechischen Zentralbank. Die sehr gute Feriensaison könne aber ebenso wie steigende Exporte den Anstieg der Arbeitslosigkeit zumindest dämpfen.

Erwartet werden so viele Touristen wie noch nie

Der Tourismus macht etwa 17 Prozent der Wirtschaftsleistung aus; jeder fünfte Grieche arbeitet in dieser Branche. Sie dürfte ihre Einnahmen in diesem Jahr Prognosen zufolge um rund zehn Prozent auf elf Milliarden Euro steigern. Denn es werden 17 Millionen Urlauber erwartet - so viele wie noch nie.

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Die Zentralbank des Landes geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote noch bis auf 28 Prozent steigen wird. Erst 2015 soll sie demnach zurückgehen. Gründe für die Misere sind Steuererhöhungen sowie Lohn- und Rentenkürzungen, ohne die die Regierung in Athen kein frisches Kapital von den internationalen Geldgebern bekommen hätte.

(moh/aho/reuters)