1. Home
  2. Konjunktur
  3. Niederlande: Spitzenland in Bedrängnis

Niederlande: Spitzenland in Bedrängnis

Robin Van Persie (r.) feiert ein Tor mit Mannschaftskollegen Ibrahim Afellay. (Bild: Keystone)

Sind Sie bereit für die Fussball-EM? «Handelszeitung Online» stellt in Zusammenarbeit mit Euler Hermes Schweiz alle Nationen vor - auch abseits von sportlichen Perspektiven. Heute: Die Niederlande.

Von Laura Frommberg
am 04.06.2012

Noch gehören die Niederlande zu den AAA-Ländern in Europa. Sie zählen zu den starken der Staatengemeinschaft, um die man sich eigentlich keine Sorgen machen muss. Doch steigende Arbeitslosigkeit, ein sinkender Privatkonsum und verschuldete Haushalte bedrohen die heile holländische Welt. Im ersten Quartal befand sich die Volkswirtschaft des Landes weiter in der Rezession - wenngleich sich diese leicht abschwächte. Momentan befindet sich die Regierung in Budgetverhandlungen, um den Top-Status in Europa zu behalten.

Sport

Sportlich müssen sie sich um diesen nicht so viele Sorgen machen. Die Holländer gelten als einer der Favoriten für den EM-Titel und belegen auf der Weltrangliste den vierten Platz. Dies vor allem wegen der starken Offensive, zu der unter anderem Bayern-Star Arjen Robben gehört. Das Team von Trainer Bert van Marwijk trifft allerdings schon in der Gruppenphase mit Deutschland und Portugal auf anspruchsvolle Gegner. Vierter im Bunde ist Dänemark - der Underdog in Gruppe. Dem Vize-Weltmeister Holland dürfte auch der letzte Test gegen Nordirland zu einem ordentlichen Selbstbewusstsein verholfen haben. Am Samstag siegte Oranje mit 6:0.

Marktwert

Wertvollster Spieler der Holländer ist Stürmer Robin van Persie. Der 28-jährige Stürmer bringt es auf einen Marktwerk von 60 Millionen Franken. Gefolgt wird er von Arjen Robben und Wesley Sneijder, die beide mit 42,5 Millionen aufwarten können. Das gesamte holländische Team bringt es gemäss Transfermarkt.ch auf einen Marktwert von 370 Millionen Franken.

Wirtschaft

Der Abschwung der niederländischen Wirtschaft ist schneller gekommen als vorhergesehen: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ging seit dem dritten Quartal 2011 zurück. Das ist unter anderem auf den Aussenhandel zurückzuführen - auch wenn dieser eine essenzielle Komponente des niederländischen BIP ist. Seine deutliche Verlangsamung könnte sich zu einem effektiven Absinken 2012 entwickeln. Auch andere Komponenten wie Lagerbestände, privater Konsum, öffentliche Ausgaben und Investitionen zeigen einen rückläufigen Trend. Das bestätigt das negative Szenario. Eine Erholung ist allerdings im Laufe des Jahres 2012 möglich. Eine deutliche Zunahme der Wirtschaftsaktivität erwartet Euler HErmes Schweiz für die zweite Hälfte des Jahres, in der sich die Exporte und das Vertrauen in die Wirtschaft erholen dürften.

 

Die Niederlande-Spiele in Gruppe B

Freitag, 9. Juni / 18.00 Uhr: Niederlande-Dänemark
Mittwoch, 13. Juni / 20.45 Uhr: Niederlande-Deutschland
Sonntag, 17. Juni / 20.45 Uhr: Portugal-Niederlande

 

 

«Handelszeitung Online» präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Kreditversicherer Euler Hermes Schweiz die 16 EM-Länder - für einmal nicht nur beschränkt auf den rein sportlichen Fokus. Lesen Sie am Mittwoch: Alle Details zu Frankreich.

Anzeige