Norwegens Notenbank hat den Leitzins überraschend nicht angetastet. Die Währungshüter entschieden am Donnerstag, den Schlüsselzins zur Versorgung der Finanzwelt bei 1,25 Prozent zu belassen. Experten hatten eine Senkung auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent erwartet.

Norwegen ist als grosser europäischer Erdölexporteur stark vom Preisverfall des Rohstoffs betroffen. Gouverneur Oeystein Olsen spricht daher von der «Aussicht auf eine Verringerung des Leitzinses», falls der negative Trend in der Wirtschaft anhält. Ein Fünftel der Wirtschaftsleistung entfällt auf den Energiesektor.

Gegen den Strom

Die Zentralbank erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt dieses Jahr nur um 1,25 Prozent anziehen wird und sich das Wachstum damit annähernd halbieren wird. In dieser Rechnung ist die Erdölförderung vor der Küste ausgeklammert.

Mit ihrer Entscheidung schwimmt die Notenbank gegen den Strom in Skandinavien. In Dänemark und Schweden haben die Währungshüter zuletzt den Leitzins immer weiter gesenkt. In beiden Ländern liegt er unter der Null-Linie. Die norwegische Krone legte nach dem Zinsentscheid zum Euro zu. 

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(reuters/tno/ama)