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Entwicklung
Öl-Aufschwung treibt die Preise in der Eurozone

Ölfässer vor dem Transport: Die Preise steigen langsam wieder. Keystone

Die Konsumentenpreise im Euroraum liegen erstmals seit sechs Monaten höher. Die steigende Inflation wurde befeuert vom teureren Öl und der schwachen Konjunktur.

Veröffentlicht am 17.06.2015

Im Euroraum sind die Verbraucherpreise im Mai erstmals seit einem halben Jahr wieder gestiegen. Verglichen mit einem Jahr zuvor lagen sie 0,3 Prozent höher, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Vorläufige Zahlen wurden damit bestätigt. Seit November waren die Preise nicht mehr gestiegen, sondern überwiegend gefallen. Wichtigste Gründe waren der scharfe Fall der Ölpreise und eine schwache konjunkturelle Entwicklung in einigen Euroländern.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Mai, ebenfalls wie bereits ermittelt, um 0,2 Prozent. Preisauftrieb kam vor allem von Nahrungsmitteln und Dienstleistungen, die sich im Jahresvergleich um mehr als ein Prozent verteuerten. Industriell gefertigte Güter waren dagegen kaum teurer. Energie war zwar immer noch deutlich günstiger als vor einem Jahr. Allerdings hat sich der preisdämpfende Effekt in den vergangenen Monaten klar abgeschwächt. Das ist eine Folge wieder steigender Ölpreise.

Zuwachs an den Finanzmärkten

Die Kernrate, die schwankungsanfällige Komponenten wie Energie ausklammert und damit den Preistrend gut beschreibt, stieg deutlich an. Sie betrug im Mai 0,9 Prozent nach 0,6 Prozent im April. Auch diese Entwicklung wurde bereits in der Erstschätzung von Eurostat ermittelt. An den Finanzmärkten hatte der Zuwachs mit dazu beigetragen, dass die Renditen von Staatsanleihen deutlich angestiegen waren. Auch die Inflationserwartungen waren - von niedrigem Niveau aus – gestiegen.

Trotz der etwas höheren Inflation liegt die Geldentwertung im Währungsraum weiter deutlich unterhalb des Zielwerts, den die Europäische Zentralbank (EZB) als mit Preisstabilität vereinbar ansieht. Er liegt bei mittelfristig knapp zwei Prozent. Die EZB hat deswegen ihre Geldpolitik extrem gelockert und kauft unter anderem Staatsanleihen in erheblichem Umfang an. Die daraus resultierende Geldschwemme soll helfen, Wachstum und Inflation anzuschieben.

(awp/me/mbü)

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