Österreich will keinen Schuldenschnitt für Griechenland. «Ich bin dagegen, weil dann sofort unsere Steuerzahler für die Folgen eintreten müssten», sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter im Gespräch mit dem «Handelsblatt». Allein für Österreich bezifferte die Ministerin die Belastungen auf 5 Milliarden Euro. «Da ist unser Anteil bei der EZB noch nicht dabei, die ihre Griechenland-Anleihen natürlich auch abschreiben müsste.»

Mit ihrer Ablehnung will die Ministerin auch Spekulanten einen Strich durch die Rechnung machen. «Es gibt genug Investoren, die auf die Pleite von Griechenland gesetzt haben und daran ordentlich verdienen», sagte Fekter. «Diesen Gefallen müssen wir spekulativen Anlegern nun wirklich nicht tun.» Fekter sprach sich für eine Finanztransaktionssteuer aus. Der Markt müsse «für sich Mechanismen der Stabilisierung finden, die die Staaten zusätzlich begleiten könnten».

Für Griechenland hält die Ministerin ein langgestrecktes Hilfsprogramm für sinnvoll: «Es ist doch vernünftig, dass die Griechen mehr als sieben Jahre lang keine Zinsen zahlen müssen.» Erst nach einem Reformprozess könne möglicherweise nach zehn Jahren erneut über einen Schuldenschnitt gesprochen werden. Am Freitag dürften die österreichischen Parlamentarier dem Bericht zufolge für die Ausweitung des Euro-Stabilisierungsfonds EFSF stimmen.

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(laf/tno/awp)